Wollarium

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Sunday, January 31, 2016

Auf die Katze gekommen.

Nun ist schon der letzte Tag im Januar, und ich komme gar nicht hinterher mit allem, was so an allen Stellen passiert. Daher gehe ich mal chronologisch vor und fange mit erfreulichen Dingen an.
Ratebild des Tages: Was ist das?
Genau. Ein gerade angekommener Kater. 
Dieses Scheidungskind ist zunächst mal bei uns eingezogen, da die Tochter schon lange ein Kätzchen haben wollte und die Gelegenheit beim Schopfe griff, als bei Freunden nach einer Trennung das Haustier irgendwie übrig blieb. Das Wunsch-Kätzchen wurde damit ein ausgewachsener Kater, der zunächst noch nicht sicher zu sein schien, was er denn hier sollte. Neue Menschen, neues Haus ... das Bild gibt die Gesamtsituation recht treffend wieder.
Inzwischen hat er die Wohnung aber adoptiert. 
Das Sofa vor allem. Einer seiner Lieblingsplätze ist abends im dunklen Badezimmer direkt hinter der Tür. Da, wo jeder als erstes seine Fuß hinsetzen würde, wenn er die Tür aufmacht. Aber natürlich treten wir jetzt nur noch vorsichtig auf, wir sind ja gut erzogen. Tagsüber bevorzugt er die Fensterbank. Katzen-TV, Doku-Format. Aber die Vögel sind vor ihm sicher, er ist ein Hauskater. Aber immerhin - kürzlich konnten wir klären, dass er zwar nur wenige Wochen brauchte, um uns alle domestiziert zu haben, aber er ist noch nicht Chef.
 Wie wir das herausgefunden haben? Wir hatten leichtsinnigerweise beim Heimkommen nicht schnell genug die Tür geschlossen. Der erste Abend ohne Schnee. Der erste milde Abend. Der Kater sah seine Chance, flitzte zwischen unseren Füßen hindurch nach draußen und verschwand in der Nacht. Groß war die Bestürzung. 
Er kennt doch die Gegend gar nicht. 
Er weiß doch gar nicht, wo er wohnt. 
Er ist doch erst so kurz hier.
Nun, er wusste durchaus, wo er wohnte. Während der Stunde, in der sämtliche Erwachsenen des Haushalts ausschwärmten, um ihn zu suchen, je nach Temperament besorgt, verstimmt oder verzweifelt, kam er zweimal bei mir vorbei, die ich an der Tür stand und wartete, vergewisserte sich aus einigen Metern Entfernung, dass wir ihm noch ein warmes Plätzchen bereithielten, und verschwand wieder in der Nacht, schnell wie der Blitz. 
Beim zweiten Mal sah ihn die Tochter. Lass ihn, sagte ich, der kommt von selbst zurück, offenbar findet er den Weg. Kommt gar nicht in Frage, erklärte die Tochter, wischte sich die Tränen ab, setzte ein Kampfgesicht auf  und ging in die Richtung, in der der Kater verschwunden war, hinein in die Finsternis. Es dauerte eine Weile, aber dann kehrte sie mit dem Kater auf dem Arm zurück. Beide schmutzig und zerkratzt, Die Tochter zeigte noch immer eine Miene finsterer Entschlossenheit, der Kater aber hing auf ihrem Arm, und ich könnte schwören, er hat zutiefst resigniert ausgesehen. Ein Punkt für sie, keiner für ihn.
Danach hat er sich zwei Tage lang abwechselnd geputzt und ausgeruht. 
Leben mit Kater, Teil I.
Ach ja - gearbeitet haben wir auch. In der Werkstatt, katerlos. Zum Glück. Das Problem ist nicht das klassische Wollknäuel, da ist der Katzenmann ganz entspannt. Aber die Stricknadeln .... Also, Bilder aus der katzenfreien Zone. Im Schnee ...
Alle Stricksachen von mir.

Und ja, es war kalt. Alle Bilder wurden am selben Tag gemacht. Wer genau hinsieht, kann auf dem Bild mit dem grünen Pulli rechts auch noch Schnee sehen. Und ja, das Model hat gefroren ....