Wollarium

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Sunday, December 20, 2015

Von drauß', vom Walde ... bring ich die 60er zurück

Das Wortspiel konnte ich mir nicht verkneifen, liegt doch meine Werkstatt am Stadtrand von Berlin in einem Ort, der auf -walde endet.
Ja, es weihnachtet, auch bei mir, und wenn auch die Arbeit bis knapp vor die Feiertage reichen wird - weswegen es auch kein Update für mein Shetland-Strick-Projekt gibt, da geht's erst im Januar wieder weiter, für derartiges Spaß-Stricken hab ich im Moment noch keine Zeit - hatte ich mir doch vorgenommen, die Zeit für einen Weihnachts-Blogeintrag zu finden. Dazu hatte ich mich meinem Fundus an alten Zeitschriften zugewandt mit dem Vorsatz, eine Art 'Best of' verschiedener Weihnachtsausgaben zusammenzustellen. Denn dass Weihnachten in den Medien und Supermärkten immer früher anfängt und immer mehr von Konsum geprägt ist, ist vielleicht nur ein Vorurteil - auch in den 60er und 70er Jahren waren schon die November-Ausgaben der einschlägigen Frauen- und Modemagazine voll von Tipps, wie das Fest der Feste noch schöner, größer und bunter werden könnte.
Um es kurz zu machen: Die Zusammenstellung der schönsten Tipps aus verschiedenen Jahrzehnten wird es jetzt nicht geben. Ich bin nämlich schon an einer der ersten Weihnachtsausgaben hängengeblieben, die ich mir angesehen habe - so viele interessante Artikel und Informationen, dass ich beschlossen habe, mich auf ein Heft zu beschränken:


Die 'Für Sie' vom 21. November 1967

Zahlreiche Geschenkvorschläge, Basteltipps - erstaunlich, dass sich da im Grunde gar nicht viel geändert hat in den letzten ungefähr 50 Jahren. Was schenken wir Freunden oder Familie, können wir irgendwas selber machen  - vielleicht sogar mit den Kindern? Und natürlich die obligatorischen Seiten mit mehr oder weniger schicker Kleidung ... das Faszinierende ist: vieles davon könnte genau so heute auch wieder vorgeschlagen werden, ohne dass jemand den Unterschied bemerkt. Also, kaum jemand. Kaum einen Unterschied ... oder? Nehmen wir mal diese Geschenkideen:
Die bunten Aufbewahr-Köpfe oben links sind doch niedlich, oder? Und die Pfeffermühlen unten ....

Und hier ein paar Tipps zum Selbermachen
Und so farbenfrohe Dingser, gefaltet aus Papier oder Pappe, die könnten heute glatt so weitergereicht werden ....

Faltlampen auch noch - fantastisch ...


Der gedeckte Tisch wirkt immer noch einladend. Etwas bunt vielleicht und ein bisschen üppig in der Landhausromantik, aber sonst ... das hat was.



















Und dann  natürlich noch die Modetipps für die Festtage - es gab sie also wirklich zum Kaufen, Tragen, Anziehen - die quietschbunte Mode mit den psychedelischen Designs, wie sie vor allem aus Italien kamen - Pucci, Missoni - hier in der erschwinglicheren Variante. Oben bitte vor allem die Strumpfhosen (damals noch was Superneues) mit dem dazu passenden Oberteil in bunt gemustert - leider nur auf einem Schwarzweißbild. Unten dann ein ähnlicher Stil in voller üppiger Farbenpracht:
Interessant finde ich immer beim Stöbern in alten Zeitschriften, dass vieles von dem, was auch heute noch interessant gefunden wird, gesammelt und gesucht, oft auch früher schon relativ teuer war, wie diese Uhr hier zum Beispiel:


Mit einem Preis von 79 DM scheint mir dieses Würfelmodell für die damaligen Verhältnisse nicht ganz billig gewesen zu sein - dafür würde es auch heute noch jedes Sammlerherz ansprechen.

Und zum Schluss noch eines meiner persönlichen Lieblings-Dingser: Wandtellerchen, funktionslos, aber ich liebe diese Zeichnungen:
Und ich meine die Bildchen links, nicht die Raucheruntensilien in stilvollem Schwarz/Weiß, die damals überall noch zum guten Ton und zur Standardausstattung gehörten.

So viel für heute zum Einblick in das Weihnachtsfest von 1967. Euch allen einen frohen 4. Advent!