Wollarium

Wollarium

Saturday, August 15, 2015

Drunter und Drüber - Umbau im Studio

Neben den vielen ganz wichtigen Dingen im Sommerleben gibt's ja auch immer so ganz banale, die trotzdem den Tagesablauf diktieren. Wie hier bei mir der Umbau. Wobei - Umbau - das hört sich so wichtig an. Genau genommen ist es immer noch ein Einbau.
Anfang des Jahres bin ich in dieses Studio (wahlweise zu ersetzen durch Werkstatt oder Arbeits- und mittlerweile auch Lagerraum, weswegen wir das Ganze dann ja auch irgendwann das "Wollarium" genannt haben, der Einfachheit halber ...) gezogen - endlich. endlich!! -  aber erstmal nur mit den wesentlichsten Dingen, denn die Arbeit musste ja nebenher weitergehen. Nach und nach zog dann aber immer mehr, und vor ein paar Wochen gab es dann auch noch neue Regale, wesentlich mehr, als ich eigentlich je haben wollte. Die liebevoll geplante innenarchitektonische Schönheit des alten Gemäuers musste dabei leider dem reinem Pragmatismus geschuldeten Umstand weichen, dass ich mehr Stauraum brauchte: Zu viele Dinge, nicht genügend Platz zum Wegräumen. Und da die Bodenfläche naturgemäß begrenzt, mein Raum aber geradezu absonderlich hoch ist, mussten mehr und vor allem höhere Regale her. Also wurde die ganze Arbeitsstätte, die sich gerade so schön gefüllt hatte, wieder ausgeräumt, die neuen Regale hinein geräumt, und dann wurde so peu à peu alles wieder zurück und an den neuen Platz verteilt. Fertig ist natürlich noch immer nichts, so fehlt mir noch immer eine Spüle - wie soll frau sonst filzen? - und von den vielen noch immer nicht ausgepackten Kartons, Körben und Kisten will ich mal gar nicht reden ...
Aber in den letzten Tagen war ich fleißig und habe doch einiges geschafft. Dabei habe ich eigentlich so etwas wie Urlaub. Leider ohne Verreisen. Dafür kann ich die Sommerzeit, in der es arbeitsmäßig nicht so viel zu tun gibt, nutzen, um all die Dinge zu tun, für die ab Herbst erstmal wieder keine Zeit sein wird. Und weil mein Studio immer noch mein absolutes Wunsch- und Traumstudio ist, kommen hier ein paar Fotos:
Das ist der Eingang. Der sieht tatsächlich so aus. Die Rosen blühen zweimal im Jahr. Einmal ist gerade durch. Ich warte auf das zweite ...
Eine alte Schulwandkarte von Schleswig-Holstein. Da komme ich nämlich her.
Eines der Geschirregale. Sieht schon ganz gut aus ....



Bilderwand. Man beachte bitte die alte Schreibmaschinen-Werbung oben.

Und deswegen brauche ich so viel Platz ....
 Wolle- und Stoffabteilung müssten noch neu sortiert werden, davon gibt's später Fotos ... und vor den Regalböden mit den vielen Büchern steht im Moment noch eine große Tischplatte, die ich noch nicht verbaut habe. Gehen wir daher lieber nach draußen ...
Meine Fotos zum Beispiel mache ich meistens gegenüber vom Eingang, da steht noch ein alter Schuppen.








Und wenn ich abends nach Hause fahre, sieht das so aus - vorausgesetzt, es ist spät geworden. Links, etwas außerhalb vom Bild, ist übrigens ganz deutlich der Fernsehturm am Alexanderplatz zu sehen. Kaum zu glauben, oder?

Thursday, August 6, 2015

In der Hitze des Sommers - Wollarbeit, was sonst?

Hauptberuflich beschäftige ich mich ja mit Altem - mit alten Dingen, alter Mode und alten Techniken. Und in meiner sparsam gesäten freien Zeit irgendwie auch. In diesem Sommer hat mich nach langer Zeit mal wieder der Wollvirus gepackt. Nicht der ganz normale, der zu einer Auffüllung der Garnvorräte und einem Strickexzess führt, sondern der, der mich dazu brachte, etwas Vlies frisch vom Schaf und auch ein paar Alpakafasern zu beschaffen.

Ursprünglich hatte ich gehofft, wieder vom Berliner Tierpark ein oder zwei Vliese seltener Schafrassen zu bekommen, schon weil es faszinierend ist, über einen der Wirtschaftseingänge den Tierpark zu 'betreten', mitten zwischen gelangweilt herumstolzierenden Pfauen hindurchzufahren und dann aus Säcken voller Schafschurergebnissen wählen zu dürfen (das Zackelschaf hat es mir immer noch angetan ... aber vielleicht beim nächsten Mal lieber nicht vom Schafbock ...). Meine Anfrage letzten Winter wurde auch zunächst sehr positiv aufgenommen, am Ende verlief das Ganze dann leider im Laufe des Frühjahrs doch im Sande. Schade, aber vermutlich hat der neue Direktor da eine neue Verfahrensweise vorgesehen. Wäre nur nett gewesen zu erfahren, welche ...

Egal. Es gibt ja noch andere Möglichkeiten. Und so fand neben den Alpakafasern denn auch das abgelegte Winterkleid eines Schafs zu mir, das zu seinen Ahnen Coburger Fuchsschaf und Texel zählen darf.

Beim Coburger Fuchsschaf mag ich den warmen, rötlichen Farbton, das hatte ich schon einmal, mit Texel habe ich noch keine Erfahrung. Am Ende eines langen - und bei mir auch nur sehr langsam vorangehenden - Prozesses jedenfalls soll die eine Hälfte mit Alpaka gemischt versponnen werden, weil mir das Alpaka allein zu pieksig ist, die andere Hälfte soll pflanzengefärbt werden. Hier schwimmt die eine Hälfte vom Vlies schon mal in der Wanne. Wie meistens ist es gewaschen deutlich weißer als vorher ....
Beim Pflanzenfärben habe ich vor Jahren mal ein wenig herumprobiert, in diesem Jahr haben mich vermutlich die leuchtend gelben Unkräuter in meinem Gärtchen darauf gebracht, es noch einmal zu versuchen.
Und hier trocknet die gesammelte Pracht schon mal:
Das ist übrigens nicht alles aus meinem Mini-Gärtchen, so schlimm sah es da dann auch wieder nicht aus ;) Die Wolle sollte beim Färben mit Goldrute vorher gebeizt werden, das habe ich noch nie gemacht. Der nächste Schritt wird also eine Alaunbeize sein, zeitgleich sollte ich den Sud zum Färben ansetzen. Mal schauen, wie weit ich an diesem Wochenende komme ....

Saturday, August 1, 2015

Für getrödelt - gefunden - gefreut im August: Constanze 1959


Nach langer Zeit schaffe ich es jetzt tatsächlich mal wieder, bei getrödelt - gefunden - gefreut (Beswingtes Allerlei) mitzumachen. Getrödelt, gefunden und meistens auch gefreut wird zwar öfter, aber nicht immer passt es, das Ganze auch in einen herzeigbaren Zustand zu versetzen.

Also - was habe ich? Eine Zeitschrift. Zeitschriften habe ich ja nun eigentlich genug, und daher hatte ich mir vorgenommen, nichts mehr aus der Zeit nach 1950 anzuschaffen, aber ab und zu kann ich nicht anders. Und die Constanze ist immer etwas ganz Besonderes, schon deshalb, weil sie großformatig und relativ umfangreich ist. Und mit 3,50 Mark auch nicht eben billig war für die damalige Zeit, finde ich. Im Gegensatz zu anderen Magazinen übrigens ist sie heute meistens ziemlich günstig zu bekommen, die hat 1.50 Euro gekostet, und da ich sie zusammen mit etwas anderem bestellt habe, war der Versand zu vernachlässigen.
Constanze mag ich deshalb, weil sie viel mehr als nur Schnittmuster und Anleitungen vermittelt. Mit ihren vielen Vorschlägen und den Anzeigen bietet sie viel vom Lebensgefühl ihrer Erscheinungszeit, in diesem Fall 1959.

Da ich ja nun schon das eine oder andere Modeheft besitze, gibt es hier zum Zeigen vor allem - Anzeigen. Für Fans des Vintage-Stils (oder der modernen Antiquitäten, sozusagen), immer wieder spannend.




Ein besonderer Renner müssen in jener Zeit Strickmaschinen gewesen sein. Das kam dann ja so etwa in den 1970ern nochmal wieder, aber der erste große Boom war wohl hier. Von den zahlreichen (wirklich vielen!) Anzeigen zu Strickmaschinen hier die schönste:
Und ein bisschen Mode darf's auch noch sein.
Die Kleider hier sind mit einer Art Bast bestickt, sehr interessant und optisch faszinierend:
Hier Gürtel und Taschen zueinander passend zum Selbermachen:

Und ich bin ja ein großer Fan von Hüten, was meine Mutter nie verstanden hat ;)