Wollarium

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Wednesday, July 15, 2015

Hippiekleid für den Herbst - endlich gefunden! Wenn da nicht ...


So schön ich viele andere Stile finde, es kristallisiert sich immer mehr heraus, das mein bevorzugter Kleidungsstil ein moderater Hippielook ist. Nicht, weil ich diese Zeit so toll fand, wie ich ja überhaupt keine "Lieblingsepoche" habe. Aber ich mag die fantasievolle Mischung aus Altem, Neuem und Boheme, und ich mag vor allem Kleider. Gern auch die längeren, die sich gut mit Stiefeln oder verschiedenen Sandalen, flach oder mit geflochtener Sohle oder was auch immer gerade angemessen ist, kombinieren lassen.
Dieser mein Modegeschmack hat schon manchmal zu Komplikationen geführt. Vor zwei Jahren traf ich mich mit einer Freundin zu einer größeren Australientour in Perth, wo wir starten wollten - sie reiste aus San Francisco an, ich aus Berlin. Egal, ob beim Umsteigen in Singapore oder beim Einreisen in Western Australia - ich wurde aus der Schlange der Wartenden herausgewunken und durfte meinen Koffer extra wiegen und durchleuchten lassen und meinen Pass besonders überprüfen (von, um Missverständnissen vorzubeugen, ausnahmslos sehr freundlichen dort arbeitenden Menschen). Als ich mich, endlich im Hotel angekommen, bei der Freundin über die Verzögerungen beschwerte, meinte sie nur ganz trocken: Hast du heute schon mal in den Spiegel geguckt? Bunter, weiter Rock in Kombination mit Schnürstiefeln (die Wanderstiefel nahmen im Koffer einfach zu viel Platz weg) und langen Zöpfen (Knoten oder Zopf hinten drückt im Flieger, und offenes Haar geht auch nicht) bei einer Frau, die das Schulmädchenalter weit hinter sich hat, erwecken offenbar zuweilen einen Eindruck, der von meiner doch sehr bürgerlichen Existenz ziemlich weit entfernt liegt ...

Jedenfalls, Kleider und Röcke für den Sommer in Fantasievoll und Bunt zu finden, ist kein Problem, aber etwas Wärmeres, das nicht vollkommen den Folklorestil (Peasant Dress) verkörpert, der mir inzwischen zu kindlich-mädchenhaft ist, war bisher fast unmöglich. Und wenn es mal etwas gab, dann in einer Größe, die mir kaum in der Blüte meiner zierlichen Jugend gepasst hätte, geschweige denn jetzt (Größe 32-34 habe ich nie getragen, und ich bin wirklich ein Ausbund an Schlankheit gewesen). Bis ich dieses Kleid entdeckt habe. Ein älteres Original, weicher, nicht allzu schwerer Baumwollsamt, und in einer Größe, die sich wunderbar auch einer erwachsenen 38 anpasst. Und die Farben harmonieren hervorragend mit meinen roten Haaren und dem Sommersprossenteint. Was sich mir allerdings überhaupt nicht erschließt, ist, und das ist der Haken an meinem Traumstück, warum dieses Kleid so schmale Armlöcher hat, dass die Trägerin fast überhaupt keine Bewegungsfreiheit hat. Jetzt überlege ich, ob sich das irgendwie ändern lässt ... die Naht unten öffnen und etwas Stoff einsetzen? Ich bin noch nicht bereit, dieses Kleid kampflos aufzugeben, habe aber auch noch keine wirkliche Lösung gefunden .... :(


Fotos mit mir drin gibt es, sobald ich es geschafft habe, den Fernauslöser zu bedienen, ohne dabei so erschrocken auszusehen und das Bild prompt zu verwackeln ....

4 comments:

  1. Mir geht jetzt gerade ganz vieles durch den Kopf und alles gipfelt eigentlich darin, dass du auch eine der Frauen bist, die einfach viel zu weit weg leben :-D

    Ich war immer rappeldünn, aber 34?? Das passte nie! Mir ein Rätsel, wie das geht, wenn man größer als 1,60 m ist ...

    Dann die Hippiezeitgleichheit heute bei uns und das Buch deines letzten Postes, das ich eine halbe Stunde zuvor noch mal in der Hand hatte ...

    Was mir aber noch für das Kleid einfiele - könntest du nicht einfach versuchen, an der unteren Armlochbiegungen tiefer zu nähen, also sozusagen die NZ zu vertiefen? Dann hast du zumindest mehr Platz, allerdings kann es sein, dass du den Arm dann nicht unbedingt besser heben kannst, wenn es zu tief wird. War das verständlich? Du könntest es mit Heftfaden testen.

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    1. Dito :)
      Du hast das Buch auch?? Das schien mir verhältnismäßig wenig verbreitet zu sein, weil es ja keine Anleitungen enthält. Wobei die MIT Anleitungen mich etwas ärgern, weil sie nie die Passform mit übernehmen .... aber das ist schon wieder ein anderes Thema ...
      Bei dem Kleid ist das Heben nicht mal das Hauptproblem - es ist einfach viel zu eng am Armausschnitt, was überhaupt nicht zu den sonstigen Maßen passt. Ich werde ich auf jeden Fall mal die Naht vorsichtig aufprokeln und dann versuchen. Zum Glück ist das ja eine Stelle, die nicht gleich ins Auge springt :D

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  2. So ein tolles Kleid - Form und Stoff gefallen mir richtig gut. Was das Armloch-Problem angeht: Du könntest unter der Achsel einen Zwickel - ein trapezförmiges Stück Stoff - einsetzen, das gibt mehr Weite in alle Richtungen. In den 50ern/60ern war das wohl ein nicht so seltenes Schnitt-Detail. Ich glaube, im ersten Gertie-Buch ist auch ein Kleider-Schnitt mit solchen Zwickeln...
    LG Almut

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    1. Ja, daran hatte ich auch schon gedacht. Was mich immer noch etwas abschreckt, ist, dass der Stoff an den Kanten ziemlich sensibel aussieht ... aber ich denke, sobald es kühler wird, werde ich mal beherzt mit dem Trenner drangehen. Zum Glück sieht man's ja unter den Armen nicht so, wenn's nicht so richtig schön wird ;)

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