Wollarium

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Wednesday, February 22, 2017

Sterbende Schönheit am Rande Berlins - die Beelitzer Heilstätten


Wer in Berlin lebt und sich für Altes und beinahe Vergessenes interessiert, kommt um die Beelitzer Heilstätten nicht herum. In den Jahren um 1900 als Lungensanatorium erbaut, trifft der Begriff 'Sanatorium' kaum das wahre Ausmaß der Anlage - Wirtschaftsgebäude, Wohnhäuser und nicht zuletzt das eigene Kraftwerk ließen zusammen mit den eigentlichen Krankenhausgebäuden das Ganze wie eine eigene Stadt wirken. Ein Vorzeigebau, Hitler war hier ebenso Patient wie viele Jahre später Honecker, und daneben, davor und dazwischen Zehntausende anderer.
Architektonisch sollten die Gebäude vor allem praktisch sein und für die nach damaliger Auffassung modernste Technik Raum bieten, doch bemühte man sich durchaus auch um Schönheit: Die Bauten sollten sich harmonisch in die Natur einfügen, die sie umgab. Und dafür sorgte eine Kombination aus Backstein, Holzfachwerk, farbigem Verputz und passenden Dachschindeln, deren Charme sich bis in die Gegenwart gerettet hat.
Zumindest zum Teil. Denn die Beelitzer Heilstätten wurden wie so viele Bauten in der ehemaligen DDR nach der Wende auf die verschiedensten Arten genutzt, und einige Teile waren jahrelang dem Verfall preisgegeben. Gewohnt hat hier niemand mehr, und gearbeitet nur, wenn die Heilstätten als Filmkulisse dienten oder mit ihrem verblassenden Zauber reizvolle Fotomotive boten.
Diese Zeiten scheinen sich dem Ende zu nähern. Mittlerweile wurde ein Bauprojekt begonnen. Ein Teil der Anlage, der Östliche, der besser erhaltene, wird umfangreich saniert, die Gebäude werden zu Wohnungen für Kreative umgebaut und sind längst nicht mehr zugänglich.
Die westlich gelegenen Bauten stehen weiterhin allein, ungeschützt der Witterung preisgegeben, in eben jenem Wald, in den sie sich damals harmonisch einfügen, von dem sie sich aber auch abgrenzen sollten. Und der sie sich allmählich zurückerobert. Das Mauerwerk marode, von Efeu überwuchert, die Häuser blind, ausgeweidet. Aber bisher behaupten sie sich noch. Wer sich hier umsieht, wird sich irgendwann eingestehen müssen: Ihre Gegenwart ist ehrfurchtgebietend, diesen Häuser, in denen über so viele Jahrhunderte so viele Menschen schicksalshafte Jahre verbrachten, um Gesundheit, Leben, ihre tägliche Existenz rangen, haftet etwas Besonderes an. Zahlreiche Schauer- und Spukgeschichten ranken sich um die Beelitzer Heilstätten, daran mag glauben, wer mag. Gespenster sind mir nicht begegnet. Ein Geist herrscht hier aber sehr wohl - der einer tiefen Melancholie ...












Monday, February 13, 2017

Finnland liegt in Brandenburg, und wo man den Schlüssel für die Stadt bekommt


Sieht das nicht ganz nach Skandinavien aus? Finnland, oder doch wenigstens Südschweden? Ist aber nicht, die fröhlich-bunten Holzhäuser stehen zwar weit im Norden, aber nur im Norden Brandenburgs, da, wo es verschneite Buchen- und Birkenwälder gibt und angeblich auch einige Wölfe. Die haben sich vornehm zurückgehalten und sich uns nicht gezeigt, und das war auch gut so, die eisige Kälte war schon Abenteuer genug. Alle Gewässer waren zugefroren, die Boote lagen fest, die Zeit stand still oder ging doch zumindest etwas langsamer.
So langsam, dass die Zeit sogar ein Stück rückwärts zu laufen schien, und wir gingen mit ihr ...
Da waren zunächst die Schlüssel für das Stadttor, die wir hatten ....

Den für den Pulverturm hinten links übrigens bekamen wir auch ... Der Aufstieg war allerdings nicht ganz ohne ...

Dafür gab es dann auch eine ganz spezielle Aussicht ....

... wenn auch die Kälte uns sehr schnell wieder ins Haus zurück trieb. Je höher, desto kalt. Oder so ähnlich ...

Spinnräder, Wäschemangeln, mechanische Nähmaschinen - was das Herz begehrt, stand da und schien nur darauf zu warten, benutzt zu werden. Und in einer Ecke gab es noch etwas, das mein Sammlerherz noch ein kleines bisschen höher schlagen ließ. Noch mehr Mechanik:

Und wer sich das alles selbst ansehen möchte, der findet es im Heimatmuseum Gransee, das auf jeden Fall einen Besuch lohnt, nicht nur bei Schnee und Eis. Da gibt es auch die Schlüssel zum Stadttor. Und zum Pulverturm ;)
Viel Vergnügen!






Thursday, August 4, 2016

Umgezogen

Das neue Studio ist nun schon seit ein paar Wochen bezogen, es ging auf einmal ganz schnell -  geradezu überstürzt. Das alte Studio mit der schönen blauen Tür, den Rosen und den Lavendelbüschen (zur Erinnerung: so sieht es immer noch aus, es ist nur nicht mehr meins ...)


war zu klein geworden, der neue, größere und  - ja, doch, es ist möglich - noch ein bisschen schönere Raum war noch gar nicht fertig. Das Haus ist alt, es muss immer ein Raum nach dem anderen renoviert und aufbereitet werden. Dann aber war das alte Studio neu vermietet, die neue Mieterin hatte die ersten Termine vergeben und musste einziehen -- und ich Hals über Kopf alles einpacken, ein paar Meter weiter und einige Stufen hinauftragen, in einen Raum, der zwar schon beziehbar war -- aber noch neue Fenster brauchte ...

Ich hätte es nicht geschafft, wenn nicht A. unermüdlich mitgeholfen hätte -- die sich eigentlich schonen sollte und mir vehement das schlechte Gewissen ausredete, das ich deswegen hatte -- und wenn L. nicht tatkräftig drei Tage lang mit angepackt hätte (danke an den Sohn!). Die Unterstützung war nicht nur wichtig, damit ich nicht jeden Weg mit jeder Kiste einzeln laufen musste, sondern auch zur Stärkung der Moral: Der Anblick all der vielen hundert Dinge, Kleinigkeiten, Kartons, Körbe und unförmigen Gegenstände, die nun einmal meine Werkstatt, mein Studio, mein Wollarium ausmachen, war in seiner bunten Fülle schon dazu angetan, mich verzagen zu lassen: Wie sollte ich das alles in drei Tagen von A nach B bewegen? Aber mit ein paar mehr Paar Händen ging es dann auf einmal ziemlich fix -- und es machte fast Spaß.

Das war im Mai.
Inzwischen sind schon die meisten Dinge an ihrem Platz, und deswegen hier ein paar Impressionen:




Wie auf dem ersten Bild sehr schön zu sehen ist, stimmt etwas mit den Fenstern noch nicht - da fehlt es an - genau: Glas. Und deswegen sieht es jetzt so aus:

Und hinter dem blickdichten grauen Folienvorhang erhebt sich das Gerüst -- das vielleicht zeigt, dass diese Fenster wirklich nicht ganz zierlich sind. Aber jetzt werden sie endlich, tatsächlich, erneuert .... morgen sollte das erste eingebaut werden.

Update folgt ....



Monday, March 7, 2016

Captains' Summit und Kultur - mit Etsy in München und danach

(Foto: Stefanie)

Am vergangenen Wochenende hatte ich die Ehre und das Vergnügen - und das meine ich genau so, wie es hier steht, sowohl Ehre als auch Vergnügen - am deutschen Etsy Captains' Summit in München teilzunehmen. Eine Ehre war es mir insofern, als ich mich zwar in einem der Teams engagiere (für alle Nicht-Etsyianer: so schließen sich Shop-Inhaberinnnen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen, in welcher Hinsicht auch immer), aber kein 'Captain' bin und trotzdem teilnehmen durfte, und ein Vergnügen, weil es ein sehr konstruktives Wochenende war, bei dem ich viele engagierte und interessante Menschen traf, die ich vorher, wenn überhaupt, nur von Online-Begegnungen her kannte. Besonders gefreut hat es mich, endlich Johanna und Eva-Dewi (unbedingt hier schauen bei Nauli) vom Etsy Germany Street Team persönlich kennenzulernen, nachdem wir schon ewig lange online miteinander zu tun haben - und mein spezieller Dank gilt Stefanie vom Label Krambeutel, die so fantastisch organisiert ist, dass sie im Nullkommanichts Fotos vom Event zur Verfügung stellen konnte ... Chapeau!
Die Location lag hoch genug, um einen schönen Blick über die Dächer Münchens zu bieten (ich konnte sogar die Alpen sehen - yeah!) und hell und sonnig genug, um einen schönen Arbeitsrahmen zu bieten. Ein paar Eindrücke hier:
München. Zweifel unmöglich ... Foto: Stefanie
In der Pause draußen frische Luft tanken (war übrigens sehr kalte Luft ...) Links ich, rechts Johanna von Nauli. Foto: Stefanie



Aaaber - es geht noch weiter.
München also. Ich weiß nicht, wie oft ich hier schon war, ohne jemals mehr von der Stadt gesehen zu haben als den Bahnhof und irgendwelche Veranstaltungsorte. Diesmal habe ich kurz entschlossen noch einen Tag drangehängt. Den Montag nach dem Etsy-Wochenende. Was, wie sich zeigte, nur eine begrenzt geniale Idee war.

Meine Recherchen zum Thema: Wie nutze ich einen Tag in München am besten? hatten nämlich ergeben, dass es hier zur Zeit eine Ausstellung über Damenmode der 1930er Jahre gibt, mit dem schönen Titel: "Gretchen mag's mondän". Dummerweise gibt's die Ausstellung nicht an Montagen, da hat das Stadtmuseum geschlossen. Was sehr schade ist. Über Strickmode der 30er und 40er Jahre hatte ich im vergangenen Jahr auf Fanö einen Vortrag gehalten und hoffe, das in diesem Jahr in Inverness u. a. auch wieder tun zu können - das wäre also eine Ausstellung nach meinem Herzen gewesen. Aber falscher Wochentag - Mist.

Immerhin hatte -- wenn auch sonst fast nix - die Neue Pinakothek montags geöffnet. Und da ich sonst wirklich selten dazu komme, ganz müßig Kunst zu betrachten, bin ich da gleich hingestürmt. Nun gehöre ich nicht zu der Sorte Museumsgänger, die sich jeden ausgestellten Gegenstand mit derselben Gründlichkeit betrachten. Ich gehöre zu der Sorte, die in Paris in den Louvre geht, sich einige wenige Bereiche aussucht und sozusagen sehr punktuell guckt. Was mir unterwegs begegnet, gehört dann zu den Zufallstreffern und wird gern auch noch betrachtet. Wer schon mal im Louvre war, weiß, dass das immer noch genug ist, um schmerzende Füße zu verursachen und den Kopf mit viel zu vielen Eindrücken zu füllen.

Die Neue Pinakothek ist nun nicht ganz so groß, hat aber so viele beeindruckende Berühmtheiten zu bieten, dass ich beschlossen hatte, mir nur ein paar Lieblingsmaler anzusehen und die anderen nach Kräften zu ignorieren, um den Genuss nicht zu verwässern. Die Lieblingsstücke waren da - aber was soll ich sagen: mit Kunst ist das wohl so wie mit wirklich guter Literatur: bei jedem Betrachten lässt sich, auch im Abstand von vielen Jahren, immer Neues entdecken. So fand ich ein paar Gemälde, die ich überhaupt nicht auf meiner inneren Liste hatte. Aber die viele Beschäftigung mit Mode und Textilien hat wohl ihre Spuren in mehr als einer Hinsicht hinterlassen. Und so entdeckte ich ganz neue Aspekte in der Malerei.

Dieses Bild einer Büglerin zum Beispiel. Das Foto ist nicht ganz so gut, aber hat schon mal jemand versucht, Spitze zu malen? Auf dem Gemälde sieht der Stoff ganz leicht und fein und zart aus ... Fand ich absolut faszinierend.
Edgar Degas

Oder hier eine Näherin. Sieht gar nicht so viel anders aus als heute, wenn noch letzte Hand an irgendein Detail gelegt wird und das Licht schon wieder viel zu schlecht ist ...
Georg Friedrich Kersting
Diese Damen spinnen, und in ihrer Mitte habe ich sogar eine Strickerin gefunden (und die gibt's wirklich eher selten in der Kunst ...)
Francois-Joseph Navez

Einige sehr schöne Gewandstudien - oder vielmehr Malereien ....

Jacques-Louis David

Joseph Stieler

Wohingegen Goya - also, bei allem Respekt, aber Gewänder waren seine Sache nicht - ich habe selten so lieblos dargestellte Kleiderstoffe gesehen ... War ihm wohl nicht so wichtig. Fällt mir aber sofort auf.



Also alles in allem ein sehr gelungener Aufenthalt hier. Den Rest des Tages bin ich im Übrigen einfach durch die Stadt gelaufen. Zu sehen gibt's hier genug.
Achso - und statt der Ausstellung gab's dann für mich den Katalog. Nicht ganz dasselbe, aber doch ziemlich nah dran ....


Euch allen eine schöne Woche!



Sunday, January 31, 2016

Auf die Katze gekommen.

Nun ist schon der letzte Tag im Januar, und ich komme gar nicht hinterher mit allem, was so an allen Stellen passiert. Daher gehe ich mal chronologisch vor und fange mit erfreulichen Dingen an.
Ratebild des Tages: Was ist das?
Genau. Ein gerade angekommener Kater. 
Dieses Scheidungskind ist zunächst mal bei uns eingezogen, da die Tochter schon lange ein Kätzchen haben wollte und die Gelegenheit beim Schopfe griff, als bei Freunden nach einer Trennung das Haustier irgendwie übrig blieb. Das Wunsch-Kätzchen wurde damit ein ausgewachsener Kater, der zunächst noch nicht sicher zu sein schien, was er denn hier sollte. Neue Menschen, neues Haus ... das Bild gibt die Gesamtsituation recht treffend wieder.
Inzwischen hat er die Wohnung aber adoptiert. 
Das Sofa vor allem. Einer seiner Lieblingsplätze ist abends im dunklen Badezimmer direkt hinter der Tür. Da, wo jeder als erstes seine Fuß hinsetzen würde, wenn er die Tür aufmacht. Aber natürlich treten wir jetzt nur noch vorsichtig auf, wir sind ja gut erzogen. Tagsüber bevorzugt er die Fensterbank. Katzen-TV, Doku-Format. Aber die Vögel sind vor ihm sicher, er ist ein Hauskater. Aber immerhin - kürzlich konnten wir klären, dass er zwar nur wenige Wochen brauchte, um uns alle domestiziert zu haben, aber er ist noch nicht Chef.
 Wie wir das herausgefunden haben? Wir hatten leichtsinnigerweise beim Heimkommen nicht schnell genug die Tür geschlossen. Der erste Abend ohne Schnee. Der erste milde Abend. Der Kater sah seine Chance, flitzte zwischen unseren Füßen hindurch nach draußen und verschwand in der Nacht. Groß war die Bestürzung. 
Er kennt doch die Gegend gar nicht. 
Er weiß doch gar nicht, wo er wohnt. 
Er ist doch erst so kurz hier.
Nun, er wusste durchaus, wo er wohnte. Während der Stunde, in der sämtliche Erwachsenen des Haushalts ausschwärmten, um ihn zu suchen, je nach Temperament besorgt, verstimmt oder verzweifelt, kam er zweimal bei mir vorbei, die ich an der Tür stand und wartete, vergewisserte sich aus einigen Metern Entfernung, dass wir ihm noch ein warmes Plätzchen bereithielten, und verschwand wieder in der Nacht, schnell wie der Blitz. 
Beim zweiten Mal sah ihn die Tochter. Lass ihn, sagte ich, der kommt von selbst zurück, offenbar findet er den Weg. Kommt gar nicht in Frage, erklärte die Tochter, wischte sich die Tränen ab, setzte ein Kampfgesicht auf  und ging in die Richtung, in der der Kater verschwunden war, hinein in die Finsternis. Es dauerte eine Weile, aber dann kehrte sie mit dem Kater auf dem Arm zurück. Beide schmutzig und zerkratzt, Die Tochter zeigte noch immer eine Miene finsterer Entschlossenheit, der Kater aber hing auf ihrem Arm, und ich könnte schwören, er hat zutiefst resigniert ausgesehen. Ein Punkt für sie, keiner für ihn.
Danach hat er sich zwei Tage lang abwechselnd geputzt und ausgeruht. 
Leben mit Kater, Teil I.
Ach ja - gearbeitet haben wir auch. In der Werkstatt, katerlos. Zum Glück. Das Problem ist nicht das klassische Wollknäuel, da ist der Katzenmann ganz entspannt. Aber die Stricknadeln .... Also, Bilder aus der katzenfreien Zone. Im Schnee ...
Alle Stricksachen von mir.

Und ja, es war kalt. Alle Bilder wurden am selben Tag gemacht. Wer genau hinsieht, kann auf dem Bild mit dem grünen Pulli rechts auch noch Schnee sehen. Und ja, das Model hat gefroren ....



Sunday, December 20, 2015

Von drauß', vom Walde ... bring ich die 60er zurück

Das Wortspiel konnte ich mir nicht verkneifen, liegt doch meine Werkstatt am Stadtrand von Berlin in einem Ort, der auf -walde endet.
Ja, es weihnachtet, auch bei mir, und wenn auch die Arbeit bis knapp vor die Feiertage reichen wird - weswegen es auch kein Update für mein Shetland-Strick-Projekt gibt, da geht's erst im Januar wieder weiter, für derartiges Spaß-Stricken hab ich im Moment noch keine Zeit - hatte ich mir doch vorgenommen, die Zeit für einen Weihnachts-Blogeintrag zu finden. Dazu hatte ich mich meinem Fundus an alten Zeitschriften zugewandt mit dem Vorsatz, eine Art 'Best of' verschiedener Weihnachtsausgaben zusammenzustellen. Denn dass Weihnachten in den Medien und Supermärkten immer früher anfängt und immer mehr von Konsum geprägt ist, ist vielleicht nur ein Vorurteil - auch in den 60er und 70er Jahren waren schon die November-Ausgaben der einschlägigen Frauen- und Modemagazine voll von Tipps, wie das Fest der Feste noch schöner, größer und bunter werden könnte.
Um es kurz zu machen: Die Zusammenstellung der schönsten Tipps aus verschiedenen Jahrzehnten wird es jetzt nicht geben. Ich bin nämlich schon an einer der ersten Weihnachtsausgaben hängengeblieben, die ich mir angesehen habe - so viele interessante Artikel und Informationen, dass ich beschlossen habe, mich auf ein Heft zu beschränken:


Die 'Für Sie' vom 21. November 1967

Zahlreiche Geschenkvorschläge, Basteltipps - erstaunlich, dass sich da im Grunde gar nicht viel geändert hat in den letzten ungefähr 50 Jahren. Was schenken wir Freunden oder Familie, können wir irgendwas selber machen  - vielleicht sogar mit den Kindern? Und natürlich die obligatorischen Seiten mit mehr oder weniger schicker Kleidung ... das Faszinierende ist: vieles davon könnte genau so heute auch wieder vorgeschlagen werden, ohne dass jemand den Unterschied bemerkt. Also, kaum jemand. Kaum einen Unterschied ... oder? Nehmen wir mal diese Geschenkideen:
Die bunten Aufbewahr-Köpfe oben links sind doch niedlich, oder? Und die Pfeffermühlen unten ....

Und hier ein paar Tipps zum Selbermachen
Und so farbenfrohe Dingser, gefaltet aus Papier oder Pappe, die könnten heute glatt so weitergereicht werden ....

Faltlampen auch noch - fantastisch ...


Der gedeckte Tisch wirkt immer noch einladend. Etwas bunt vielleicht und ein bisschen üppig in der Landhausromantik, aber sonst ... das hat was.



















Und dann  natürlich noch die Modetipps für die Festtage - es gab sie also wirklich zum Kaufen, Tragen, Anziehen - die quietschbunte Mode mit den psychedelischen Designs, wie sie vor allem aus Italien kamen - Pucci, Missoni - hier in der erschwinglicheren Variante. Oben bitte vor allem die Strumpfhosen (damals noch was Superneues) mit dem dazu passenden Oberteil in bunt gemustert - leider nur auf einem Schwarzweißbild. Unten dann ein ähnlicher Stil in voller üppiger Farbenpracht:
Interessant finde ich immer beim Stöbern in alten Zeitschriften, dass vieles von dem, was auch heute noch interessant gefunden wird, gesammelt und gesucht, oft auch früher schon relativ teuer war, wie diese Uhr hier zum Beispiel:


Mit einem Preis von 79 DM scheint mir dieses Würfelmodell für die damaligen Verhältnisse nicht ganz billig gewesen zu sein - dafür würde es auch heute noch jedes Sammlerherz ansprechen.

Und zum Schluss noch eines meiner persönlichen Lieblings-Dingser: Wandtellerchen, funktionslos, aber ich liebe diese Zeichnungen:
Und ich meine die Bildchen links, nicht die Raucheruntensilien in stilvollem Schwarz/Weiß, die damals überall noch zum guten Ton und zur Standardausstattung gehörten.

So viel für heute zum Einblick in das Weihnachtsfest von 1967. Euch allen einen frohen 4. Advent!